Teil 2 von unserem Workshop - Die Geschichte der Puppe Schlumpfi
Die Geschichte der Puppe "Schlumpfi"
Die Geschichte der Puppe "Schlumpfi"
Mein Puppenhaus
"Ik stond laatst voor een poppenkraam, daar zag ik zoveel poppen staan", so fängt ein Kinderlied aus meiner Jugend an.
Ja, mein Leben lang wollte ich ein Puppenhaus haben, aber wie das so ist beim Wünschen: manchmal dauert die Erfüllung etwas länger.
Es sollte ein außergewöhnliches Puppenhaus sein und ein teure Ausstattung war schon gar nicht , was mir vorschwebte.
Das Wichtigste schien mir zu sein, dass die Püppchen sich zuhause fühlen würden!
Sie sollten eine schöne Aussicht geniessen können und wer in Bett lesen wollte, sollte eine Leselampe haben.
Und eines Tages kam der Moment, dass ich anfangen konnte, an der Erfüllung dieses Wunsches zu arbeiten.
Nach dem Kauf eines neuen Schrankes im Flur unserer Wohnung war eine kleine Nische entstanden, gerade breit genug um 5 Holzkästchen von 30x20x13 cm untereinander anzubringen.
Ziemlich ungewöhnliche Maße für ein Puppenhaus also und eine echte Herausforderung bei der Gestaltung, denn einige Einzelteile waren schon vorhanden und sollten integriert werden. Der Maßstab 1:10 oder 1:12 war überhaupt nicht einzuhalten. darüber freute ich mich sehr, denn nun war Improvisation gefragt.
Als erstes wurden die Püppchen erworben - sie sollten ja das Haus mit Leben erfüllen.
Das zeigte sich auch bald, denn sie entwickelten recht bald ein Eigenleben mit Wünschen und Vorstellungen.
Opa zum Beispiel wünschte sich eines Tages ein Fernseher und dann nicht so ein klobiger, altmodischer Kasten, nein, ein Flachbildschirm sollte es schon sein. Ur-Oma, die so gerne strickt, meinte, eine richtiggehende Standuhr wäre doch etwas ganz Schönes und ach, ein silbernes Teeservice - wenn sie das noch erleben könnte...
Unterdessen war auch die alleinerziehende junge Enkelin eingezogen und brachte zwei reizende Kinder mit.
Da sollte doch viel mehr Licht und Luft in der Wohnung sein, fand sie und eine Leselampe wäre doch wohl das Mindeste! Und außerdem, das Silbergeschirr... so was von altmodisch. Sie möchte bitteschön ein buntbemaltes, fröhliches Geschirr. Ja, was tut man nicht alles, damit sich die Bewohner dieses ungewöhnlichen Hauses wohlfühlen!
Leider waren die sanitäre Verhältnisse am Anfang auch nicht so gut, das wurde von der ganzen Familie lautstark bemängelt.
Also wurde das Bad renoviert. Sehr interessant fanden die Kinder am Anfang die Toilettenspülung, den ganzen Tag konnte man hören , wie sie voller Begeisterung die Kette zogen und fasziniert dem ungewohnten Gurgelgeräusch lauschten.
Gerade haben wir erfahren, dass die alleinerziehende junge Frau eine neue Liebe gefunden hat, was uns natürlich sehr freut, denn nun werden wir anbauen dürfen! Wie wir hören, ist er Computerspezialist und braucht ein eigenes Zimmer....
Und außerdem wurde der Wunsch nach einer Dachterrasse vorgebracht. Liegestühle und einen Sonnenschirm; ja,wer weiss, was dieser Puppen-Familie noch alles einfällt.
Natürlich haben wir ihnen schon oft gesagt, dass der Platz in den Zimmern doch sehr begrenzt ist, und dass wir nicht noch ein Geschirr kaufen können, aber im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir alles tun, damit diese Familie sich weiterhin wohl bei uns fühlt! Aber eins muss ich doch noch verraten: wenn mein Mann kein Elektro-Fach-Mann wäre, und außerdem ein begeisterter Bastler, dann, ja dann wäre aus meinem Puppenhaus-Traum vermutlich nichts mehr geworden. Die größte Herausforderung war übrigens die Elektrifizierung der winzigen Leselampe!
So aber kann Opa abends fernsehen, Ur-Oma ist glücklich mit ihrer Standuhr, die Enkelin kann abends in Bett lesen und die beiden Ur-Enkelinnen gehen vermutlich öfter aufs Stille Örtchen als unbedingt notwendig....
Johanna